Das Mönchsleben

Entdecken Sie die Geschichte und den Alltag des Mönchslebens.

Wer sind die Benediktiner?

Der Benediktinerorden heißt auf lateinisch Ordo Sancti Benedicti, abgekürzt OSB. Wir Benediktiner sind ein monastisch ausgerichteter Orden innerhalb der römisch-katholischen Kirche, der nach den Regeln des heiligen Benedikt von Nursia lebt (Regula Benedicti).
Er wurde um 480 in Nursia in der Provinz Perugia geboren und starb am 21. März 547 auf dem Monte Cassino (ca. 140 km südlich von Rom).
Als Kurzformel für die benediktinische Lebensweise gilt das bekannte spätmittelalterliche Sprichwort: „Ora et labora et lege“ (lateinisch: „Bete und arbeite und lies“).

Der Benediktinermönch legt im Laufe seines Ordenslebens drei Gelübde ab:
Gehorsam, Beständigkeit in der Gemeinschaft und klösterlicher Lebenswandel

  • Der Gehorsam (lat. oboedientia) bestimmt die benediktinische Grundhaltung.
    Für Benedikt heißt Mönchsein, den Ruf Gottes zu empfangen und auf ihn eine Antwort zu geben. Gehorsam wird als Offenheit für Gott und die Menschen gelebt. Gegenseitiger Gehorsam und gegenseitige Wertschätzung wie auch Demut sind fundamentale Elemente der gemeinsamen Gottsuche der Mönchsgemeinschaft.
  • Die Beständigkeit in der Klostergemeinschaft (lat. stabilitas loci) und Treue zur Lebensform der Benediktinermönche nach den Regeln des heiligen Benedikt von Nursia.
  • Der klösterliche Lebenswandel (lat. conversatio morum) erfordert die Fokussierung auf das Wesentliche und das ständige Bemühen um Bekehrung, persönliche Besitz- und Ehelosigkeit.
Kontakt

Benediktinerabtei
Kloster Neresheim 12
73450 Neresheim

Tel.: 07326 / 85 01 (Klosterpforte)
Fax: 07326 / 85 133
E-Mail: verwaltung@abtei-neresheim.de

Das Leben als Mönch – Unser Tag

Mönchsleben nach der Regel des heiligen Benedikt ist für uns Benediktiner wesentlich geprägt durch die Suche nach Gott in der brüderlichen Gemeinschaft. An oberster Stelle steht dabei die tägliche Feier des Gottesdienstes in der Eucharistiefeier und im Stundengebet.

Tagesordnung

Sonntag

05:00 Uhr Vigil + Laudes (Stundengebet am frühen Morgen, im Kapitelsaal)
ca. 06:30 Uhr Frühstück, Geistliche Lesung
10:00 Uhr Terz + Konventamt (Messfeier der Klostergemeinschaft, verbunden mit dem Stundengebet am Vormittag)
12:05 Uhr Mittagshore (Mittagsgebet aus Sext + Non)
12:30 Uhr Mittagessen, Mittagsruhe
14:30 Uhr Vesper (Stundengebet)
18:30 Uhr Abendessen, Rekreation (Zeit für das Miteinander in der Gemeinschaft)
19:30 Uhr Lesung im Kapitelsaal
Komplet (Nachtgebet)
ca. 20:00 Uhr nächtliches Stillschweigen

Montag bis Samstag

05:00 Uhr Vigil + Laudes (Stundengebet am frühen Morgen, im Kapitelsaal)
ca. 06:15 Uhr Frühstück, Geistliche Lesung, Arbeit
09:00 Uhr Terz + Konventamt (Messfeier der Klostergemeinschaft, verbunden mit dem Stundengebet am Vormittag)
ca. 10:00 Uhr Arbeit
12:05 Uhr Mittagshore (Mittagsgebet aus Sext + Non)
12:30 Uhr Mittagessen, Mittagsruhe
ca. 14:00 Uhr Arbeit
18:00 Uhr Vesper (kirchliches Abendlob)
18:30 Uhr Abendessen, Rekreation (Zeit für das Miteinander in der Gemeinschaft)
19:30 Uhr Lesung im Kapitelsaal
Komplet (Nachtgebet) in der Abteikirche
ca. 20:00 Uhr nächtliches Stillschweigen

Unsere Tage folgen einer festen Tagesordnung bestehend aus gemeinsamen Gebeten, Gottestdiensten, Essen und Miteinander. Konventamt und Stundengebet finden in der Abteikirche statt, Vigil und Laudes meist im Kapitelsaal. Im Winter (nach dem Ersten Adventssonntag bis vor dem Gründonnerstag) sind die Gottesdienste unter Tag in der beheizbaren Turmkapelle. Der Höhepunkt des Tages ist die als Konventamt zelebrierte Eucharistiefeier. Wir singen täglich das gregorianische Proprium und Ordinarium.

Wir Mönche der Abtei Neresheim bemühen uns gemäß der Regel des Heiligen Benedikt, dem Gottesdienst nichts vorzuziehen und versammeln uns jeden Tag fünf Mal zum Stundengebet. Das öffentliche und gemeinsame Gebet gehört mit Recht zu den Hauptaufgaben der Kirche. In den ersten Jahrhunderten der Kirchengeschichte bildete sich ein fester Kreis von Gebetszeiten heraus. Dieses „Stundengebet“ oder „Officium divinum“, das auch durch Lesungen bereichert wird, ist vor allem Lob- und Bittgebet, und zwar ein Gebet der Kirche mit Christus und zu Christus.

Wesentlicher Bestandteil des Stundengebetes sind seit seinen Ursprüngen die 150 Psalmen der Bibel. In unserem Kloster wiederholen wir die Psalmen wöchentlich. Dazu verwenden wir das Einwochenschema der Psalmenverteilung im Monastischen Stundenbuch, herausgegeben von der Salzburger Äbtekonferenz (Sankt Ottilien 1981), gemäß dem Schema B des Thesaurus Liturgiae Horarum Monasticae (Rom 1977). So singen oder rezitieren wir in einer normalen Woche den ganzen Psalter der Bibel. Dies wünscht die Regel des heiligen Benedikt. Festtage haben eigens ausgewählte Psalmen. Die Psalmen von Vigil, Laudes, Terz, Mittagshore (Sext + Non) und Komplet werden zumeist in deutscher Sprache rezitiert, an Festtagen teils in lateinischer Sprache gesungen.

Die Vesper wird täglich im lateinischen gregorianischen Choral gesungen mit den Psalmen in der Textfassung der Nova Vulgata (Rom, 1979).

Prägend sind ebenso die verschiedenen Dienste innerhalb der Klostergemeinschaft, die persönliche Beschäftigung mit dem Glauben wie auch die Offenheit für die Menschen, die zu uns kommen.

Die Arbeit ist ein wesentliches Element des benediktinischen Mönchslebens. In den Klöstern unserer Beuroner Kongregation sind im Rahmen der gemeinschaftlichen Ordnung die verschiedenartigsten Aufgaben und Arbeiten möglich, seien es körperliche oder geistige, seelsorgliche oder schulische, wissenschaftliche oder künstlerische. Gegenwärtig sind Mönche unseres Klosters vor allem tätig in den für das klösterliche Gemeinschaftsleben nötigen Diensten, in Sakramentenspendung (Taufen, Trauungen, Bußsakrakament) und Predigtdienst in der Abteikirche, in der Sakristei, in der Seelsorge für Menschen die zu uns kommen, an der Klosterpforte, in der Gästebetreuung, im Religionsunterricht am Benedikt-Maria-Werkmeister-Gymnasium in der Stadt Neresheim, in der Leitung unseres Knabenchors, in der Verwaltung des Klosters und seiner Betriebe, in der Renovierung und Pflege des Hauses, in der Bibliothek und in der Klosterbuchhandlung.