MEDITATION – Achtsamkeit – Sein

150 150 Abtei Neresheim

Meditation ist ein mentales Training bei dem durch Achtsamkeits– und Konzentrationsübungen der Geist beruhigt und das Bewusstsein geschärft werden soll.

Sie dient dazu den ständigen Strom der Gedanken zu beobachten, statt sich von ihm mitreißen zu lassen und fördert einen Zustand entspannter Wachheit. Ursprünglich aus östlichen Traditionen stammend, ist Meditation heute eine wissenschaftlich untersuchte Methode, um Stress abzubauen und das psychische Wohlbefinden zu steigern.

Meditation beinhaltet oft das bewusste Atmen und das Beobachten von Gedanken und Gefühlen, ohne diese zu bewerten oder zu beurteilen.

Man konzentriert sich als Anfänger auf das bewusst daran denkende Ein- und daraus folgende (längere) Ausatmen. Ein jedes für sich von Anfang bis zum Ende. Ein, könnte man sagen, Kennenlernen unseres Atems.

Wir halten fest: „Sind wir bei unserem Atem, sind wir bei uns“.

Wir sind dann mit unseren Gedanken nicht irgendwo außerhalb von uns bei irgend welchen  Problemen, Sorgen und daraus entstehenden Emotionen oder Antrieben durch unser Ego, welches immerzu abwägt, urteilt und etwas erreichen oder haben will.

Durch das konsequente Einüben des zu beobachtenden  Atem erfahren wir, dass diese aufkommenden „Unterbrechungen“ durch Gedanken ganz natürlich sind. Wir nehmen sie wahr und akzeptieren diese somit auch immer mehr als Teil von uns, lassen sie weiter ziehen und kommen auf unser bewusstes Atmen immer wieder aufs Neue zurück.Dieses konsequente Einüben und immer mehr erkennen führt uns zu einer hier aus immer mehr resultierenden Selbstverständlichkeit des Hier und Jetzt von Moment zu Moment, hin zu einem immer ausgedehnterem meditativen Zustand des SEINS.

Nicht Perfektion, sondern ein „besser werden“ mit all seinen Rückschlägen, die wenn wir nur „dran bleiben“ uns ja auch erst wahrhaftig voran bringen werden. Diese immer mehr zusammenhängenden, bewussten  Atemzüge, in der wir jederzeit auch die (Gedanken)-Eindrücke und Umstände akzeptieren lernen, sind bereits der zu gehende Weg, der uns langfristig und nachhaltig ein Bewusst- Sein zu uns lehrt. Wenn wir lernen, diesen Weg der Achtsamkeit zu achten und ihn nicht verlassen, in dem wir uns von unserem Denken und dem nur daraus auch entstehenden Wollen verführen lassen, sondern bei unserem Atem und somit bei uns selbst bleiben, werden wir hierbei schnell Fortschritte erkennen können.

Ein mögliches Gefühl von Unbehagen und es erzwingen wollen bedeutet hierbei, dass mein Ego etwas will und es mich antreibt, das durch wiederum nichts anderes als eben mein Denken ausgelöst wird. Dies werden wir immer mehr erkennen können und auf unseren Atem zurück kommen. Wir werden diesen Gedanken-Einfluss und das daraus Handeln immer mehr einordnen können, um immer unbeeinflusster, vorurteilsfreier und von Herzen kommend handeln zu können. Ein hieraus langfristiges Erstreben das freilich nicht erdacht, sondern letztendlich immer mehr gefühlt werden soll.

So viel Denken, wo ist da das Sein!?

Oder wie einst schon Goethe diesen Zustand beschrieb: „Hier bin ich Mensch, hier darf ich´s sein“  (Faust I, „Osterspaziergang“)

Dies gilt es immer mehr zu bemerken und dankbar darüber zu sein, um wiederum zu meinem Atem und somit zu mir selbst zurückkehren zu können, dass stets der zu gehende Weg bleibt der gegangen werden darf und soll, bis „der Apfel von alleine fällt“ und es immer mehr übergreifend auf unser Wesen hin zu einem bewussteren Handeln führt. Wir erlernen durch dieses Unterscheiden, innezuhalten und wiederum hieraus Geduld. Wir bemerken aus dieser Bewusstheit heraus immer mehr wann wir nicht bei uns sind, sondern von Gedanken, Emotionen oder unserem antreibenden, wollenden Ego verführt werden. Wir sind ihnen hieraus immer weniger ausgeliefert und können so manches Muster von uns (er)kennen lernen.

Wiederum nicht, um diese zu verurteilen, zu verdrängen oder gar auszumerzen, sondern um eben immer mehr den Unterschied zu erkennen, wann und wo sie uns förderlich sind oder nicht und um diesen ihren rechten Platz zuweisen zu können.

Alles wahrnehmend aber nicht daran hängen bleibend können wir immer besser erkennen, akzeptieren, zuordnen und daraus wenn nötig verändern anstatt uns diesen einfach hinzugeben. Diesen Weg der Achtsamkeit wollen wir achten und immer mehr verinnerlichen und verstehen lernen. In Ursache und daraus Wirkung wird immer unser jetziges Tun und Verhalten das nächste beeinflussen und bestimmen und wird somit sprichwörtlich der Weg zum Ziel, der uns letztendlich auch nachhaltiger zu unseren weitläufigen Zielen führen wird.

Zu erkennen, wann aus zu viel denken ein Grübeln wird und wann eine (gedankliche) Pause einen weiter bringt, als immer weiter und einseitig (gedacht) mit dem Kopf durch die Wand zu gehen. Unterscheiden zu können wo sie uns wirklich weiterhelfen und angebracht sind. Zu erkennen wann sie uns z.B. mitfühlend sein lassen, uns helfen Erlebnisse zu verarbeiten, sie uns durch Routinen Halt geben können oder sie uns im positiven Sinne antreiben oder auch vor leichtsinnigen Entscheidungen bewahren können.

Wir „entdecken“ uns hierbei in all unseren Facetten. Das schaffende, denkende Ich, aber auch das frei von Herzen kommende Ich, das sich allzu oft durch ein unterdrücktes Bauchgefühl meldet, wir es aber nicht mehr hören können und wir uns hierdurch allzu oft aus dieser Unwissenheit heraus noch weiter in die falsche Richtung drängen lassen. (Ob nun beim Bogenschießen oder dem Alltag selbst)

Mit etwas Übung wird der zu Anfang gedachte Atem immer fliesender und ohne ein sonstiges zu tun werden nicht nur das herein drückende Gedankengut jeglicher Art an sich, sondern auch die Gedanken an das Atmen selbst gedanklich immer leiser, bis wir diese nur noch begleitend, fühlend als sanfte Führung wahrnehmen ohne daran „hängen“ zu bleiben. Das zu Anfang rational nötige Eindenken der Atmung wird also leiser und verschmilzt  immer mehr zu einer Einheit mit einem jeweiligen, routinierten Tun hin zu einem Handeln im SEIN.

Eine Balance, (m)eine Mitte von Körper und Geist wurde erreicht. Diese gilt es nach Umständen sanft und den Weg achtend bestmöglich zu erhalten. Dies wird nun immer mehr möglich. Wissen wir doch nun um dessen Voraussetzungen, um darauf zurückkommen zu können. Auf die Meditationsübung selbst bezogen heißt dies, einerseits nicht auf die eine Seite in das Denken zu verfallen, andererseits nicht in den Schlaf. Ein Balanceakt bei dem wir uns jederzeit sowohl als Neuling als auch als routinierter Meditierender und bei aller Beharrlichkeit, die man an den Tag legen sollte, stets auf die Quelle des bewussten und wenn förderlich auch noch weiterhin zu denkendem Atem zurück greifen darf und soll, der unabhängig von einem mehr oder weniger fortgeschrittenen Zustand, der Weg bleibt.

Meditation ist also eine Möglichkeit Ordnung in unsere Gedanken, den Geist und daraus folgernd in unser Handeln zu kultivieren und eine Balance zwischen denkendem, schaffendem und biografischem Ich und unserem gedankenleeren, kindgleichen, urteils- und bewertungsfreien SEIN zu schaffen.

Auch hier gilt es wieder die Dinge nicht getrennt zu betrachten, nur rational denkend oder nur Sein. Durch das erfahren und daraus verstehen und immer mehr Glaube um diese beiden Seiten in uns, wollen wir unterscheiden lernen zwischen was und wann es eine Balance zu erhalten bzw. zu erreichen gibt.

Ein wahrlich unbelasteter, da gedankenfreier Zustand,  den man je nach Kultur auch als göttlich, Buddha-Natur oder Aloha-Spirit bezeichnet.

„Betet ohne Unterlass“. Diese Worte aus der Bibel sind nicht nur ein Aufruf zum Gebet im eigentlichen Sinne sondern ein Zustand. Ein Zustand der gegenwärtigen Klarheit aus dem Herzen ohne belastendes Gepäck aus unserer Biografie mit all seinen Mustern und Vorurteilen. Seid also so klar und rein in Wort und Tat so oft wie nur möglich! Eine Aufforderung und Bitte zugleich sich nicht zu verlieren und durch Verführungen jeglicher Art von diesem Weg abbringen zu lassen. Also nicht von sich und somit vom Glauben abzufallen, der über jede Religion erhaben ist. Sind wir nicht genau dann „Gottes Ebenbild“ am nächsten!?

Steckt somit nicht nahezu jeder Irrweg in einem Mangel zu dieser Unwissenheit und Balance? Ob „zu erschaffend“ und daraus sich selbst verlierend oder bei einer eingefahrenen, einseitigen, verblendeten und niemand anderem seine Meinung mehr zulassenden Haltung bis hin zum Fanatismus!?

Vor jeder Religion steht also der Glaube. Vor jedem Glaube ein Weg der Bewusstheit zu sich selbst, diese wiederum eine Stärkung in der Gemeinschaft einer möglichen Religion erfahren kann.

Sünde bedeutet übrigens nichts anderes als abgesondert. Abgesondert von seinem göttlichen, reinen, vorurteilsfreien, ursprünglichen und von Herzen kommenden Selbst.

Wir kultivieren unser Sein und zugleich fördern wir hierbei ein ausgewogenes Denken und daraus ein Schaffen mit eben Herz und Kopf. Suchen nicht die meisten verblendeten, frustrierten und unglücklichen Menschen nicht genau diesen Teil von sich? Die um diesen nicht wissend, da er zu tief vom Unrat der Verführungen (Konsum) vergraben ist, ihn in ihrer unwissenden Verblendung an der falschen Stelle, außerhalb von sich selbst suchen, sie dort andere und anderes für ihren Unmut verantwortlich machen und sich hierbei allzu oft in Drogen, Alkohol und jeglicher Ablenkung vor sich selbst immer weiter und tiefer in die falsche Richtung bewegend und immer mehr von sich selbst getrennt verlieren.

Was das  Pilgern, der Glaube, die Natur, gar Schamanismus und die Kunst hiermit zu tun haben und ob wir gar von etwas Universellem sprechen können…………………..!?