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Auftrag • Zielsetzung • Chorknaben • Ausbildung • Repertoire • Teilnahme • Probenzeiten • Probenorte • Kosten • Chorleiter • Stimmbildung • Anmeldung • Trägerschaft • Finanzierung • Dank für die finanzielle Förderung • Eine Idee findet Wiederhall • Presse
Der Knabenchor der Abtei Neresheim wurde am 13. Februar 2004 gegründet und befindet sich unter der Leitung von P. Prior Albert Knebel OSB.
Der Auftrag
Der Knabenchor Abtei Neresheim singt regelmäßig bei Gottesdiensten in der Abteikirche Neresheim und bei eigenständigen Auftritten. Neben ein- und mehrstimmigen Chorsätzen aus unterschiedlichen Epochen kommt der Gregorianik eine besondere Bedeutung zu.
Die Zielsetzung
Der Knabenchor Abtei Neresheim bietet eine musikalische Allgemein- und Stimmbildung. Im gemeinsamen Singen lernen Jungen, Jugendliche und junge Erwachsene altersübergreifend. Die Erarbeitung von Musik für Auftritte vermittelt ein Verantwortungsgefühl für gemeinsame Ziele und fördert die persönliche Entwicklung der Chorsänger. Durch eine intensive Chorgemeinschaft ergeben sich viele Möglichkeiten, Freundschaften zu knüpfen und persönliche Bestätigung in der Öffentlichkeit zu erhalten.
Der Knabenchor Abtei Neresheim ist Mitglied im deutschen und internationalen Chorverband Pueri Cantores, der Vereinigung kirchlicher Knaben-, Mädchen-, Jugend- und Kinderchöre.
Die Chorknaben
Am 13. Februar 2004 fanden sich zur ersten Chorprobe 40 Jungen ein, im Alter von 6 bis 11 Jahren, aus einem Umkreis von bis zu 35 Kilometern um Neresheim. Seitdem haben die Chorknaben nahezu jede Woche geprobt, auch während der Schulferien.
Aus der Region um Neresheim kommen sie, die 6- bis 15-jährigen Jungen, die je nach Alter und Fortschritt ein bis zwei Mal in der Woche in der Abtei Neresheim proben. Bei Auftritten tragen die Chorknaben schwarze Talare mit weißen Schulterkragen, die die Schneiderin des Klosters entworfen und genäht hat.
Gegenwärtig hat der Knabenchor knapp etwa 30 Chorknaben im Alter von 6 bis 18 Jahren und ist konfessionell gemischt. Der Knabenchor hat bisher 117 Gottesdienste (99 Vespern, 8 Eucharistiefeiern, 2 Trauungen und 9 Wortgottesdienste) sowie 20 Konzerte in der Abteikirche Neresheim und anderen Kirchen der Region gesungen. In der ARD und im SWR Fernsehen wurde der Knabenchor 2007 in Filmen über unsere Region, das Härtsfeld, porträtiert.
Die Ausbildung
Der Knabenchor Abtei Neresheim ist strukturiert in fünf Gruppen:
- In der Vorschola lernen die jüngsten Sänger die Grundlagen chorischen Singens.
- Im Aufbauchor, der nächsten Stufe, werden gregorianische Gesänge in lateinischer Sprache sowie einstimmige und auch zweistimmige Literatur einstudiert.
- Im Hauptchor singen die erfahreneren und älteren Sänger mehrstimmige Literatur in verschiedenen Sprachen sowie schwierigere gregorianische Gesänge.
- Während der Mutation erhalten die Chor-„knaben“ theoretischen Musikunterricht sowie die Möglichkeit zu gegenseitigem Erfahrungsaustausch im Umgang mit der sich verändernden Stimme.
- Als junge Männerstimmen können sie ihre aktive Chortätigkeit nach Abschluss des Stimmwechsels fortsetzen.
Das Repertoire
Hauptziel des Knabenchor Abtei Neresheim ist das Einstudieren geistlicher Gesänge, die sich in die klösterlichen Gottesdienste einbringen lassen. Eine Besonderheit stellt die Gregorianik dar, das einstimmige liturgische Singen mit lateinischem Text. Daneben singen die Chorknaben Volks- und Kinderlieder, die nach stimmbildnerischen Aspekten ausgewählt sind und jeweils zur Jahreszeit passen.
Die Teilnahme
Der Knabenchor Abtei Neresheim steht allen Jungen und jungen Männern offen, die gerne singen, unabhängig von Religion oder Konfession. Musikalische Vorkenntnisse sind nicht erforderlich. Günstiges Eintrittsalter in den Chor ist das erste oder zweite Schuljahr. Ebenso willkommen sind Jungen der dritten bis fünften Klasse.
Die Probenzeiten
In der Vorschola findet wöchentlich eine Probe statt, im Aufbauchor und im Hauptchor sind es zwei Proben, bei den Mutanten und jungen Männerstimmen eine Probe.
Die Probenzeiten:
Vorschola:
- Donnerstag 15.30 bis 16.15 Uhr
Aufbauchor:
- Mittwoch 15.30 bis 16.30 Uhr: Alt
- Mittwoch 16.30 bis 17.30 Uhr: Sopran
- Donnerstag 16.30 bis 17.30 Uhr: Sopran & Alt
Hauptchor:
- Dienstag 15.30 bis 16.30 Uhr: Alt
- Dienstag 16.45 bis 17.45 Uhr: Sopran
- Freitag 14.45 bis 15.25 Uhr: Ersatzprobe
- Freitag 15.30 bis 16.55 Uhr: Sopran & Alt
Junge Männerstimmen und Mutanten:
- Mittwoch 20.00 bis 20.45 Uhr
Probenorte
Die Proben finden im großen Sprechzimmer bei der Pforte des Konventbaus und in der Abteikirche statt. Diese Räume sind auch den Familien der Chorknaben zugänglich. Die Eltern der Chorknaben tragen Sorge für die Fahrt ihres Sohnes ins Kloster Neresheim und wieder nach Hause.
Die Kosten
Die Teilnahme am Chor und an der Stimmbildung ist kostenlos. Noten und Chorkleidung werden von der Benediktinerabtei Neresheim gestellt.
Der Chorleiter
Der Knabenchor Abtei Neresheim wird geleitet von Pater Albert Knebel OSB, Prior und Cantor der Benediktinerabtei. Motiviert durch das Erleben von Knabenchören aus aller Welt, deren Konzert- und Gottesdienst-Auftritte in der Abteikirche er seit 2002 moderiert, gründete er am 13. Februar 2004 den Knabenchor Abtei Neresheim.
Die Stimmbildung
Die Chorknaben erhalten Stimmbildung in Einzel- und Gruppenunterricht. Diplom-Gesangspädagoge Stephan Heinemann, Stimmbildner beim Thomanerchor Leipzig, kommt regelmäßig nach Neresheim, um die Chorknaben zu unterrichten.
Die Anmeldung
Die Haupt-Termine für Neuaufnahmen sind im Frühjahr und Herbst. Unabhängig davon ist eine Anmeldung jederzeit möglich beim Chorleiter: P. Prior Albert Knebel OSB Benediktinerabtei, 73450 Neresheim Tel: 07326 / 85 190 Handy: 0162 / 1944 904 E-Mail:
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Die Trägerschaft
Der Knabenchor Abtei Neresheim steht in der Trägerschaft der Benediktinerabtei Neresheim. Das Kloster übernimmt die Finanzierung des Chores, stellt den Probenraum mit einem Klavier sowie die Abteikirche zur Verfügung und stellt die Chorkleidung.
Die Finanzierung
Der Knabenchor Abtei Neresheim ist zusätzlich zum Engagement des Trägers auf private Unterstützung angewiesen. Spendenkonto: Klosterverwaltung. Konto 110 915 016. BLZ 614 500 50. Kreissparkasse Ostalb. Verwendungszweck: Knabenchor. Spendenbescheinigungen werden ausgestellt.
Der Knabenchor Abtei Neresheim dankt für finanzielle Förderung:
Lions Club Ulm/Neu-Ulm-Schwaben
Knabenchor Abtei Neresheim – eine Idee findet Wiederhall und Unterstützung
von Pater Albert Knebel OSB, Cantor und Prior der Abtei Neresheim
„Was ist Ihre Vision für Neresheim?“ Hans-Peter Blank, der Leiter der Städtischen Musikschule Neresheim, stellte mir im Juni 2003 diese Frage, als ich ihn bat, die Werbung für die Auftritte des französischen Knabenchors „Les petits chanteurs de Versailles“ in unserer Abteikirche zu unterstützen. Angeregt durch das Erleben der Knabenchöre aus aller Welt, deren Besuche und Auftritte bei Gottesdiensten und Konzerten in unserer Abteikirche ich seit 2002 moderieren darf, war ein Gedanke in mir gereift, den ich in diesem Moment zum ersten Mal aussprach: „Solch einen Knabenchor sollten wir an unserer Abteikirche haben“. Herr Blank ermutigte mich, diese Idee Realität werden zu lassen.
In der Folge suchte und fand ich Rat und Unterstützung bei Chorleitern, Chormanagern und anderen Fachleuten für Chormusik. Ich denke neben persönlichen Freunden besonders an:
- Christine Herrmann, M.A., Kulturmanagerin, Schlaitdorf
- Barbara Weber, KMD, Bezirkskantorin, Diözesanbeauftragte für Kinderchorleitung, Heidenheim, meine Mentorin
- Thomas Prange, Diplom-Gesangspädagoge, Jena, unser erster Stimmbildner
- Thomas Stang, Leiter der St.-Georgs-Chorknaben Ulm, bei dem ich hospitieren durfte, stellvertretender Vorsitzender des Verbandes Pueri Cantores in der Diözese Rottenburg-Stuttgart
- Erich W. Hacker M.A., Akademiedirektor der Internationalen Musikschulakademie Schloß Kapfenburg
- Gislinde Betz, stellvertretende Musikschulleiterin der Musikschule Waldstetten
- Friedemann Keck, Leiter des Knabenchors Collegium Iuvenum Stuttgart, Hochschulmusikdirektor an der PH Ludwigsburg
- Walter Hirt, Diözesankirchenmusikdirektor der Diözese Rottenburg-Stuttgart
- Rolf Schweizer, Kirchenmusikdirektor, Professor emer., Freiamt
- Patrick Russill, Head of Choral Direction, Royal Academy of Music, London, Director of Music, The London Oratory
- Michael D. Müller, Leiter der Lübecker Knabenkantorei an St. Marien und Marienkantor in Lübeck.
- Christoph Kaufmann, Basel, Organist, Cembalist und Chorleiter
- Christel Wittmann, Leiterin des Amadeus-Kinderchor Geislingen an der Steige, bei der ich hospitieren durfte.
- Stephan Heinemann, Diplom-Gesangspädagoge, Leipzig, unser derzeitiger Stimmbildner
Aus dem Kreis der Fachleute kam eine zweite weichenstellende Frage: „Sie haben in Neresheim die nötigen Räume für die Proben; Sie haben durch Ihre klösterlichen Gottesdienste viele Möglichkeiten für Auftritte. Was noch fehlt, ist ein Chorleiter. Warum machen Sie das nicht selbst?“ Ermutigt durch fachlichen Rat und getragen von spürbarem Wohlwollen, habe ich es gewagt, den Knabenchor Abtei Neresheim ins Leben zu rufen und zu leiten.
V. Abt Norbert genehmigte freundlich das Projekt eines eigenen Knabenchors an der Abteikirche, gestattete mir entsprechende Fortbildungsmaßnahmen, stellte das neu renovierte große Sprechzimmer im Pfortenbereich des Konventbaus als Probenraum zur Verfügung und ließ das 100 Jahre alte Klavier seines verstorbenen Vaters richten.
Ein offenes Ohr fand ich auch bei P. Hugo, unserem Organisten, sowie bei den Mitbrüdern in unserem Konvent.
Die groß angelegte Werbeaktion im Dezember 2003 wurde aktiv unterstützt durch die Schulen und die Pfarreien beider Konfessionen im Umfeld von 20 Kilometern um das Kloster. Die Schwäbische Post, die Heidenheimer Zeitung, die Heidenheimer Neue Presse und die Aalener Nachrichten begleiten den entstehenden Knabenchor bis heute publizistisch.
Einige Wirtschaftsunternehmen der Region und persönliche Freunde zeigten spontan ihre Bereitschaft, materiell für die Anfangsausstattung des Knabenchors zu sorgen. So erhielt der Probenraum einen schalldämmenden Teppichboden, eine Schultafel mit Notenlinien, eine digitale einmanualige transportable Kirchenorgel und kindgerechte Stühle. Für die Auftritte wurden stabile schwarze Chormappen angeschafft.
Die Schneiderin des Klosters, Beate Schiele, entwarf und nähte die Talare für die Chorknaben nach Vorbildern deutscher und englischer Knabenchöre.
Presse
Zeitungen, die den Knabenchor bis heute publizistisch begleiten: Aalener Nachrichten Heidenheimer Neue Presse Heidenheimer Zeitung Schwäbische Post
Der Chor ist eingetragen bei: Boys Choirs in Europe Chorszene Orpheus Kirchenmusikführer
choere.de The Boy Choir and Soloist directory knabenchoere.de
Gemeinsames Konzert im Advent
Kinder- und Knabenchor singen in der Abteikirche Neresheim – Das mutige Experiment glückt
Die bunte, aufgeweckte Kinderschar der Musikschule und die schwarz gekleideten jungen Männer des Knabenchors der Abtei Neresheim waren beim gemeinsamen Adventskonzert in der Abteikirche liebevoller Kontrast und stimmungsvolle Ergänzung. Beide haben das Experiment mit Bravour gemeistert.
Heribert Andres
Neresheim. „Ich habe einfach einmal gefragt, ob es möglich ist“, kommentiert Uta-Mirjam Theilen, die Leiterin der Musikschule Neresheim, die Idee, zum ersten Mal gemeinsam mit dem hochkarätigen Knabenchor der Abtei ein Adventskonzert zu gestalten. Mutig, denn die Abteikirche ist für 20 kleine Stimmchen doch ein gewaltiges Bauwerk, das es musikalisch zu füllen gilt.
Die Spannung bei den Zuhörern war spürbar, als die jungen Sängerinnen – ein kleiner Sänger war auch dabei – zu den ersten Takten von „Advent, Advent“ ansetzten. Doch unterstützt durch die wunderbare Akustik der Abteikirche drangen die jungen und schon erstaunlich gut ausgebildeten Stimmen schnell in die Herzen der vielen Zuhörer und rundeten die vorweihnachtliche Stimmung in der Kirche liebevoll ab. Spätestens beim Stück „Weit ist der Weg“ mit dem eingefügten Gedicht „Sage, wo ist Bethlehem“ hatten die kleinen Künstler unter der Leitung von Beatrix Lang endgültig gewonnen und ernteten lang anhaltenden Beifall.
Eindrucksvoll eingerahmt wurde der Auftritt der Musikschule Neresheim vom Knabenchor der Abtei unter Leitung von Pater Albert Knebel. Ernst und gediegen der Auftritt, hervorragend ausgebildet die Stimmen, anspruchsvoll das Programm, das mit dem sehr alten gregorianischen Choral „Iucundalux“ nach Georg Malcolm seinen würdevollen Höhepunkt hatte. Deutlich spürbar war die beim regelmäßigen Singen in Gottesdiensten und anderen Auftritten gewonnene Souveränität. Ein musikalischer Genuss nicht nur für ausgesprochene Anhänger kirchlicher Chormusik. Zum Abschluss des stimmungsvollen Adventskonzerts gaben beide Chöre mit dem „Wieder naht der heil’gen Stern“ den Besuchern einen weihnachtlichen Gruß mit auf den neblig-dunklen Heimweg runter in die Stadt.
© Schwäbische Post 16.12.2011
Feine Musik, die hilft
Knabenchor der Abteikirche singt zugunsten der Erdbebenopfer Feierlich gestaltete der Knabenchor der Abteikirche Neresheim am Sonntagnachmittag die Vesper. Mit dem feinen Gesang, bereichert durch Männerstimmen, erfreute der Chor den Konvent und Besucher gleichermaßen. Der Erlös des Konzerts ging über Caritas International an die Erdbebenopfer von Japan.

Der Knabenchor der Abteikirche Neresheim. (Foto: sik)
Neresheim. Leuchtende Soprane, dichte Mittelstimmen und ein noch etwas schüchternes Männerstimmenfundament – der Knabenchor der Abteikirche entwickelt sich stets weiter. Regelmäßige Stimmbildung durch Stephan Heinemann, Stimmbildner beim Thomanerchor Leipzig, zahlt sich im Gesamtklang des Chores aus.
Weiche Terzparallelen zeichnen Sopran und Alt in der Vertonung des Psalms 23 von Max Drischner aus. Der klangvolle Satz gewinnt durch die reinen Stimmen. Die besondere Akustik des Kirchenraums verlangt mehr als andernorts eine ganz saubere Intervallführung. Dies gelingt auch in der Psalmvertonung „Wie freundlich“. Schön ist hier auch die Hervorhebung des Textes zu vernehmen. Melismen schmücken die einzelnen Silben, Echo-Effekte liefert die Orgel im Dialog mit den Sängern. Mühelos gleiten die Harmoniewechsel im Stile eines Heinrich Schütz ineinander und der Sopran greift die Höhen mit ungezwungen wirkender Technik.
Der meditative Moment der Vesper in den Psalmen mit Antiphon passt gut zum Benefizcharakter des Konzerts. Und auch der Satz „Er weidet die Herd‘ wie der Hirte“ aus dem Oratorium „Der Messias“ von Georg Friedrich Händel trägt diese trostreichen Züge. Eindringlich und in schwingender Gestik gelingt dem Knabenchor dieses Stück. Die graziöse Melodieführung des „Ave verum corpus“ von Edward Elgar und das „Ave Maria“ des Briten Simon Lindley schließen die konzertante Vesper. sik
© Schwäbische Post 28.03.2011
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